Duisburg-Hochfeld


Übersicht
Bis in die 1970er Jahre war Hochfeld ein gründerzeitlicher Arbeiterstadtteil mit einer besonders engen Verzahnung von Arbeit und Wohnen. Die wirtschaftliche Entwicklung mit dem Niedergang der Schwerindustrie, führte in den 1970er und 1980er Jahren zu einem Verlust von rund 20.000 Arbeitsplätzen und fast der Hälfte der Bevölkerung. Der damit einhergehende Anstieg der Arbeitslosenzahlen führte zu Kaufkraftverlusten und zog umfangreiche Geschäftsschließungen nach sich. Ehemalige gutverdienende Industriearbeiter verließen den Stadtteil. Ein großflächiges Sanierungsprogramm mit dem Abriss von 1.500 Wohneinheiten beschleunigte den Bevölkerungsverlust. Sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen blieben in Hochfeld oder zogen zu. Wohnraum wurde durch Freizug und Vernachlässigung zunehmend billiger, Modernisierungs- und Unterhaltungs­rückstände verfestigten sich. Daneben wurden die in der historisch gewachsenen Stadtstruktur begründeten städtebaulichen Mängel zu einem besonderen Hemmnis für positive Veränderungen.

Heute ist Hochfeld ein Stadtteil im ökonomischen, städtebaulichen und sozialen Umbruch. Er ist Ankunfts­stadtteil für Zuwandernde, mit seit je her hohem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, und wächst kontinuierlich. Hochfeld kämpft mit den Folgen von Armutszuwanderung, Bildungs-, Betreuungs- und Gesundheitsproblemen sowie einer hohen Lärm- und Luftbelastung. Durch brachfallende Industrie- und Gewerbeflächen bietet Hochfeld jedoch auch vielfältige Potenziale für eine städtebauliche und strukturelle Erneuerung.

Die EG DU in Hochfeld

In seinen ersten Betriebsjahren war das Ortsteilbüro der EG DU unter anderem niederschwelliger Ansprechpartner für Bewohnerinnen und Bewohner und Sprachrohr des Stadtteils in Richtung Stadtverwaltung, wenn es um Ideen, Verbesserungsvorschläge und Kritik ging. Inzwischen ist das Aufgabenspektrum deutlich fachspezifischer ausgerichtet. Das Stadtteilbüro ist zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt geworden, und treibt die zügige Umsetzung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) zielgerichtet voran. Hierzu bindet es Ortsteilakteure sowie städtischer Dienststellen permanent ein.

Die Beteiligung des Stadtteils wird bei der EG DU großgeschrieben. Hochfeld verfügt fast schon traditionell über ein gut organisiertes Netzwerk der Selbstorganisation, das von der EG DU organisatorisch und inhaltlich unterstützt wird. Im Laufe der Jahre haben sich dadurch Kooperationen und Arbeitsteilungen der Ortsteilakteure ergeben und übergreifende Netzwerke entwickelt, in denen partnerschaftlich und konstruktiv zusammengearbeitet wird.

Um der sich verschärfenden Situation im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu begegnen, die auf zunehmende Vermüllung oder unangemessenes Verhalten im öffentlichen Raum zurückgeht, hat sich im Herbst 2018 die AG „Leben in Hochfeld“ unter der Leitung des Ordnungsdezernenten der Stadt Duisburg gegründet, die monatlich zusammenkommt und konkrete Lösungsansätze für konkrete Problemlagen vereinbart. Eine ausführliche Darstellung finden Sie hier.

Weitere ausführliche Infos über Hochfeld finden Sie hier

Aktuelles

Die Internationale Gartenausstellung 2027 in Hochfeld   https://www.duisburg.de/microsites/pbv/planen_bauen/iga-2027.php

Infos zur Online-Beteiligung zur Fortschreibung des ISEK Duisburg-Hochfeld, die bis zum 3. September erfolgte:
https://www.plan-portal.de/duisburg-hochfeld/

Projekt „Leben in Hochfeld“
Sobald die aktuelle Situation es zulässt, wird ein Termin für das nächste Treffen des Forums „Leben in Hochfeld“ vereinbart. Diesen werden wir dann hier bekannt geben.

Termine
Termine in Hochfeld

Aufgrund der aktuellen Situation finden derzeit keine größeren Veranstaltungen im Stadtteil statt.

Bei Fragen zu Terminen nehmen Sie bitte telefonischen Kontakt zum Stadtteilbüro auf.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept Hochfeld
Ein Handlungskonzept für Hochfeld
Gemeinsam mit der Stadt Duisburg hat die EG DU die Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für Hochfeld vorgenommen, in dem die grundsätzlichen Probleme des Stadtteils, aber auch Lösungsansätze aufgezeigt werden. Das ISEK Hochfeld entwickelt für die beiden Leitthemen der zukünftigen Entwicklung exemplarisch Projekte, die zu einer nachhaltigen Verbesserung der desolaten Situation beitragen sollen. Die beiden Leitthemen des ISEK sind:

  • Gestaltung der Migrations- und Integrationsprozesse
  • Gestaltung der städtebaulichen Verbindungsfunktion zwischen der Duisburger Innenstadt und dem Rhein

Das zentrale Leitthema für die weitere Entwicklung Hochfelds in der näheren Zukunft ist die erfolgreiche Gestaltung der Migrations- und Integrationsprozesse zur Verhinderung weiterer sozialer Destabilisierung und deutlicher Verbesserung der aktuellen Situation. Daneben ist die Qualifizierung des Stadtteils als Verbindung zwischen Duisburger Innenstadt und Rheinufer zentrale Aufgabe. Am Hochfelder Rheinufer soll, nach dem Ende einer 150jährigen industriellen Nutzung, ein neues Stadtviertel entwickelt werden, das zu einer veränderten sozialen Mischung der Wohnbevölkerung beitragen soll. Bis zum Jahr 2027 soll am Hochfelder Rhein ein zentraler Standort der IGA 2027 Ruhrgebiet entstehen. Eine weitere städtebauliche Entwicklung ist am nördlichen Übergang Hochfelds zur Innenstadt geplant (ehemaliges Kabelwerk Theissen). Wenn dieser Prozess hin zu einer veränderten stadträumlichen Funktion erfolgreich gestaltet werden kann, können daraus für Hochfeld erhebliche Impulse für eine positive Entwicklung erwachsen.
Das ISEK Duisburg Hochfeld umfasst insgesamt 28 Projekte, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind und zur Zielerreichung in den unterschiedlichen Handlungsfeldern beitragen. Über diese Projekte, die an die Projekte der Vergangenheit anknüpfen, werden die verfestigten und sich überlagernden Probleme aus Verarmung, baulicher Vernachlässigung und sozialer Destabilisierung in einem integrierten Ansatz weiterbearbeitet. Es bildet die Gesamtheit der Projekte in ihrem Wirkungszusammenhang bezogen auf die Handlungsfelder ab, sowie den geplanten zeitlichen Ablauf der Umsetzung und den Zusammenhang zum Aufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“. Es werden Projekte entwickelt, die geeignet sind die schwierige soziale Situation entscheidend zu verbessern und dabei auch das Ortsbild positiv zu gestalten.

Download Integriertes Stadtentwicklungskonzept Hochfeld [PDF, 11,6 MB]